1. August 2010
Die letzte Woche in Hannover hatte ich übrigens genutzt, um einen Workshop bei Rolf Nobel, Professor für Fotografie an der FH Hannover, mitzumachen. Es ging um Reportage-Fotografie bzw. Straßenfotografie. Das Thema: Hannover mit Bus und Bahn. Also haben wir 19 Teilnehmer, von denen ich mit Abstand am wenigsten Ahnung von Fotografie und Bildbearbeitung hatte, viereinhalb Tage die Hannoveraner Üstra-Nutzer mit unseren Kameras belästigt.
Es war tolles Wetter, die Stimmung war gut, ich habe viel gelernt und nette Menschen getroffen. Ich bin sehr froh, dass ich diesen Kurs trotz meiner Unkenntnis mitmachen durfte und hoffe, dass die Motivation, die ich dadurch erhalten habe, nutze, um das ganze zu vertiefen.
Die durch die Kursteilnehmer editierte Fassung hatte nur zehn Bilder, ich habe hier 13 rei reingestellt, ganz entgegen dem erlernten Grundsatz: “Kill your darlings”. Ich habe meine Heimstrecke fotografiert. Die Menschen auf der Buslinie 121. Zur Slideshow.
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19. Juli 2010
Wir sind nicht frei. Wir sind unseren Sehnsüchten ergeben.
Ich habe vergessen, warum ich hierher kam, und ich weiß keinen Grund, warum ich zurückkehren sollte. Und wohin. Heimkehren. Vielleicht. Aber ich weiß nicht, ob ich noch auf der Suche bin, oder schon auf der Flucht.
Das ist leider nicht von mir, sondern von Kersten Flenter. Es drückt sehr gut aus, wie ich mich immer wieder und insbesondere gerade jetzt fühle.
Es ist vermutlich einer der ersten letzten Tage in Hannover. Morgen bin ich in München.
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27. Mai 2010
Noch mehr Atommüll? Kein Problem für die CDU, oder?
Es treibt mich nachgerade zur Weißglut wie in der bräsigen Laufzeitendebatte stets die Endlagerproblematik ausgeklammert wird. Die Aktion ausgestrahlt.de hat sich zu diesem Thema eine hübsche Aktion ausgedacht, um auf das Müllproblem, dass es für die Union ja irgendwie nicht zu geben scheint, aufmerksam zu machen. Die Aktivisten schlagen vor:
Mach mit: Besuche das CDU- oder CSU-Büro in deinem Ort am Dienstag, 1. Juni, um 12.30 Uhr – und gib dort deinen Müll ab! Oder schick der Union deinen Müll per Post. Egal ob Biomüll, gelber Sack, Atommüll-Attrappe oder Hausmüll, die Entsorgungs-Experten von der CDU/CSU wissen sicher eine Lösung dafür!
Ich denke, da sollte sich was finden lassen…
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20. Mai 2010
Achso, und ich habe natürlich auch viel Zeit zum Lesen. Zum Beispiel diesen interessanten Artikel über die Entstehung der “Griechenland-Krise”.
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20. Mai 2010
Es gibt viele Dinge, die ich in den letzten Tagen gelernt habe. Allen voran steht die Erkenntnis: Hüte Dich vor kleinen Männern als Chef. Und: Eine Rechtschutzversicherung wäre vielleicht hilfreich gewesen.
Weil ich plötzlich unfreiwillig viel Zeit zu Hause verbringe, habe ich aber noch ganz andere Dinge gelernt. Wie etwa: Um 9.30 Uhr kommt der Postbote, er klingelt Sturm bei allen Hausbewohnern, schreit, sobald er reingelassen wird „Post“, damit wir wissen dass er von der Post kommt und nicht etwa von den Zeugen Jehovas. Die schreien übrigens nicht, wenn sie ins Haus kommen.
Heute war in meinem Postkasten das Enorm Magazin dabei. Das ist schön, denn jetzt habe ich mal wieder Zeit zu erfahren, was meine Freunde beruflich so machen. Leider ist es auf Englisch, d.h. ich muss jetzt auch noch Vokabeln büffeln.
Überhaupt Freunde, ich habe auch wieder mal bemerkt, dass ich wirklich Freunde habe. Aber es kamen auch Mitleid- und Bestürzungs-SMS, Mails und Anrufe sowie Hilfs- und Jobangebote von Seiten, von denen ich es gar nicht erwartet hätte.
Ich habe erfahren, dass es besser ist um 13.00 Uhr keinen Schlafanzug mehr anzuhaben, denn wenn ich dann die Pakete für die anderen Hausbewohner vom Boten entgegennehme, komme ich mir irgendwie so RTL-2-mäßig vor. Andererseits ist er jetzt immer besonders nett.
Ich telefoniere öfters mit Freundinnen, die kleine Kinder haben, da sie jetzt problemlos auch um 9.00 Uhr an Apperat bekommen. Das heißt aber nicht unbedingt, dass ich mehr von Ihnen weiß, weil sie oft schlecht zu verstehen sind, wegen krakelender Kinder im Hintergrund oder aber mein hochmodernes Telefon die Verbindung unterbricht.
Ich weiß, dass ich bei Penny auch mittags stundenlang an der Kasse stehen muss, dass aber bei Saturn mittags plötzlich Verkäufer, sogar kompetente, zur Verfügung stehen.
Ich weiß, wann der Mann von gegenüber auf seinem Balkon sitzt und raucht und er macht das oft. Ich weiß, dass es dumm war, keine anständige Internetflatrate zu buchen, weil ich jetzt keine Serien im Web kucken kann. Ich habe gelernt, dass ich nicht voller Begeisterung plötzlich ins Fitnessstudio renne, bloß weil ich Zeit hätte. (Wer hätte das gedacht.) Ich habe erkannt, dass die Südstadt tagsüber viel weniger ruhig ist als ich dachte, weil es tatsächlich Läden gibt, die ich nach 18.00 Uhr gar nicht mehr bemerkt habe. Ich habe bemerkt, dass es gar nicht so einfach ist, meine neugewonnene Freizeit bei unter 10 Grad Celcius und strömenden Regen zu genießen.
Ich habe gelernt, dass ich es allein nicht schaffe, bei meinem Blog ein Feed einzurichten. Deswegen hat es der Kry für mich getan. D.h. wenn ihr Interesse habt, könnt ihr in meinem Blogroll auf “Feed” klicken und schon könnt ihr ein dynamisches Lesezeichen ablegen und ganz einfach sehen, wenn es hier was neues zu lesen gibt. Und das könnte demnächst wieder vermehrt passieren, denn, na, Transferleistung… was habe ich jetzt viel?
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25. April 2010
Mit 13 Bussen, organisiert vom BUND Bremen, sind C. und ich und viele weitere gestern nach Glückstadt gefahren. Dort haben wir zwischen Schafschei*** auf dem Damm, äh Deich, gepicknickt und sind schließlich gegen 14.00 Uhr aufgestanden, um uns in die 120 Kilometer lange Menschenkette zwischen Biblis und Krümmel einzureihen und so gegen die geplante Verlängerung der AKW-Laufzeiten zu demonstrieren. Nein, wir waren nicht genug, um uns tatsächlich an den Händen zu fassen, aber wenn ich nach links und rechts gekuckt habe, konnte ich Menschen bis an den Horizont sehen. Anderswo, etwa in Hamburg oder in Krümmel, war die Kette gar mehrreihig. Es war friedlich, es war lustig und die Sonne schien. Fast hätte es ein Volksfest sein können - aber dazu ist der Anlass zu ernst. Ich hoffe, vermutlich wie alle anderen an der Demonstration Beteiligten, dass die Stimme und das Bild von über 120.000 Menschen von Politik und Energieindustrie nicht einfach übersehen und überhört wird.
Die Menschenkette hat die Organisatoren Geld und Zeit gekostet und noch haben sie ein Defizit gemacht, weswegen Spenden gebraucht werden. Ich selbst habe noch am selben Abend auf der Bremer Partymeile meinen “Nucleaire? Non, merci”-Button gegen ein Kondom eingetauscht - aber das ist freilich wieder eine ganz andere Geschichte.

AKW abschalten
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9. März 2010
Fasst euch an die Hände und setzt ein Zeichen gegen Laufzeitverlängerung von AKW.
Am Samstag, den 24. April 2010, soll es unter dem Motto “KETTENreAKTION: Atomkraft abschalten!” eine auf ca. 120 Kilometern eine Anti-Atom-Menschenkette zwischen den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel und durch Hamburg geben.
Ich bin dabei.
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17. Dezember 2009
Während beim Klimakipfel in Kopenhagen um international verbindliche Klimaschutzziele gerungen wird, hat die schwarz-gelbe Landesregierung in Nordrhein-Westfalen kurzerhand den Klimaschutz aus dem Landesentwicklungsplan gestrichen. § 26 Absatz 2 des Landesentwicklungsprogramms sah bislang für die Energieversorgung in NRW vorwiegend einheimische und regenerierbare Energieträger vor. Die Regierungsfraktionen von CDU und FDP brachten den Änderungsantrag Anfang November in den Landtag ein. Die ersatzlose Streichung des Paragrafen wurde nun beschlossen. Hintergrund: Im September hatte das Oberverwaltungsgericht Münster einen teilweisen Baustopp für das Steinkohlekraftwerk Datteln verhängt, weil das Projekt nicht im Einklang mit der Landesplanung stehe. Dabei spielt auch der betreffende Paragraph eine Rolle. Dieses Hindernis wurde nun beseitig. Umweltorganisationen sprechen von einer Lex Eon. Der Energiekonzern zeigt sich verantwortlich für Datteln – aber auch elf weitere geplante Kohlekraftwerke in NRW könnten von der neuen Gesetzgebung profitieren.
Andernorts wurden Mitte Dezember der Bau von Kohlekraftwerken abgesagt. Im mecklenburgischen Lubin distanzierte sich der dänische Versorger Dong von seinen Bauplänen. Der Konzern war nach eigenen Angaben nicht mehr vom politischen Rückhalt überzeugt. Zuvor hatte er bereits einen geplanten Kraftwerksbau in Emden abgesagt. EnBW hatte Anfang Dezember mitgeteilt, das Projekt im emsländischen Dörpen nicht weiter voranzutreiben. Der Koalitionsvertrag zwischen SPD, Grünen und FDP bedeutete in Mainz das Aus für das geplante Kohlekraftwerk in der Ingelheimer Aue.
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15. Dezember 2009
Oliver Wittke (CDU), wirtschafts- und energiepolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion NRW meint: “Der Weg nach Kopenhagen führt über Datteln”. Der Mann spricht hier vom Bau eines neuen Kohlekraftwerks.
Zu hören in diesem Beitrag des WDR. (1:53 min).
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